Geschichtliches und Interessantes über das Franziskaner-Minoriten-Kloster mit Bildungshaus, Barock-Wallfahrtskirche und die Gnadenkapelle Maria-Hilf.

 

Der Ursprung des Klosters war eine Bildeiche an der Kreuzung der Alten Bamberger Straße (jetzt Adi-Dassler-Straße) und dem Weg vom Schloss Schwarzenberg. An Stelle dieser Bildeiche ließ Maria Justina, Gräfin zu Schwarzenberg, im Jahr 1670 eine einfache Holz- kapelle, Vorgängerin der Gnadenkapelle Maria-Hilf, errichten. Darin wurde eine Steinplastik – das heute noch verehrte Maria-Hilf Gnadenbild – aufgestellt. Die Plastik soll 1622 in Passau entstanden sein und ist Namensgeber des Maria-Hilf-Klosters Schwarzenberg.

 

Kloster Schwarzenberg

 

Dass der Ort erheblich älter sein muss, belegt schon die deutsche Literaturgeschichte: J. W. Goethe lässt sein berühmtes Theaterstück über den Bauernkrieg (1525) "Götz von Berlichingen" in einer "Schenke zu Schwarzenberg" beginnen. Diese Gaststätte soll an der Kreuzung der Alten Bamberger Straße und des Weges vom Schloss, demnach bei der Bildeiche gestanden haben.

 

Die Franziskaner - von Graf Georg Ludwig in seine katholisch regierte Grafschaft Schwarzenberg gerufen - um die Beschlüsse des Augsburger Religionsfriedens zu vollziehen, bekehren das evangelische Scheinfeld zum katholischen Glauben. Im Jahr 1687 bekommt Scheinfeld wieder einen weltlichen Pfarrer. Die Ordensbrüder der Franziskaner-Observanten erhalten daraufhin die Zusage vom Fürsten Ferdinand, bei der Maria-Hilf-Kapelle in Schwarzenberg ein Kloster gründen zu dürfen. Auch die Stadt Scheinfeld stiftet ein Gelände südlich der Kapelle für das Klosterareal.

 

1702 können die Ordensbrüder der thüringischen Provinz den Südflügel ihres neuen Klosters beziehen. Im Jahr 1732 beginnt der Bau, im Jahr 1735 wird die Klosterkirche konsekriert. Die Pläne stammen vom berühmten Würzburger Baumeister Balthasar Neumann, der auf Wunsch der Würzburger Fürstbischöfe die vorhandenen Pläne von Bruder Antonius Bayer umplante. Nach der Fertigstellung der Klosterkirche beginnt der Neubau der Gnadenkapelle. Ein frommer Schäfer gab sein gesamtes Vermögen, sodass der Neubau für die alte, baufällige Kapelle begonnen werden konnte. Durch einen Durchgang hinter dem Hochaltar sind Klosterkirche und Kapelle verbunden. Im Jahre 1745 wird das Gnadenbild der ursprünglichen Holzkapelle auf den Altar der Gnadenkapelle übertragen. Damit setzt die Wallfahrt zu dieser Steinplastik ein.

 

Es beginnt eine sehr wechselvolle Geschichte, die mit dem allmählichen Verfall und der Auflassung des ursprünglichen Klosters endet. Doch Pfarrer Krapp aus Scheinfeld kauft das Kloster und überlässt es 1866 den Franziskaner-Minoriten aus Würzburg. Sie führen die alte Tradition ihrer Mitbrüder trotz großer Widerstände und Kriegswirren weiter. In der Nacht vom 22./23. Juni 1960 vernichtet ein Großfeuer das gesamte Kloster und das Dach der Wallfahrtskirche. Kloster und Kirche werden bis 1962 wieder aufgebaut.

 

1968/1969 beschließt das Provinzkapitel der Franziskaner-Minoriten im Kloster ein Bildungshaus einzurichten. Es entwickelt sich ein weithin bekanntes Bildungszentrum mit 70 gut ausgestatteten Gästebetten und einem großen Angebot an Seminaren, Kursen und Vorträgen. Die barocke Plastik des Johannes Nepomuk (Foto links) steht am historischen Zugang zum Schloss Schwarzenberg, zwischen den ehemaligen Schwanenseen.

 

Der kleinere dieser Seen, jetzt Johannes-See genannt, ist erhalten. Von ihm führt ein Fußweg direkt zum Kloster. Leitspruch des Bildungshauses: „Gute Gastgeber zu sein und mit unserem Kursangebot dazu beitragen, dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene Ihren Glauben vertiefen können – das ist unser Auftrag.“

 

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