Der Scheinfelder Holzweg ist ein Projekt, welches die Bedeutung Scheinfelds als Natur- und Holzstadt veranschaulicht. Derzeit sind hier die Jahresbaumalle, die Lindenallee und der Schlosspark zusammengefasst.

 

Um die Bedeutung der Holzwirtschaft und die außergewöhnliche Vielfalt der Waldflora im Steigerwald zu unterstreichen, wurde auf der ehemaligen Staatsstraße Scheinfeld-Markt Bibart eine Allee der Jahresbäume angelegt. Zusammen mit der historischen Lindenallee in der Schwarzenberger Straße und dem im französischen Stil um 1900 angelegten Park im Schwarzenberger Schloss mit seinen exotischen Gehölzen (Mammut, Ginko…) ergibt sich eine eindrucksvolle Übersicht unterschiedlichster Bäume. Für Wissenshungrige stehen zahlreiche Schautafeln mit Erläuterungen zu den einzelnen Gewächsen zur Verfügung.

 

 

Jahresbaumallee

Der Steigerwald im Allgemeinen und der südliche Steigerwald mit Scheinfeld als Kernort im Besonderen zeichnet sich durch eine außergewöhnlich reichhaltige Waldflora und –fauna aus. Unterschiedliche Böden, Mikroklimas und Forstformen (z.B. die nur noch ganz seltene, historische Mittelwaldbewirtschaftung) haben nicht nur jedwede großflächige Monokultur verhindert, sondern eben auch dazu beigetragen, dass viele Baumarten ganz natürlich wachsen. So steht etwa die dickste bayerische Elsbeere, Baum des Jahres 2011, als Naturdenkmal auf offener Flur zwischen Scheinfeld und Oberscheinfeld.

 

Blick auf die Jahresbaumallee - Ehemalige Straße gesäumt mit den Jahresbäumen

 

In Deutschland kümmert sich die Dr. Silvius Wodarz Stiftung (kurz: „Baum des Jahres Stiftung“) darum, jährlich einen neuen Jahresbaum zu küren und Informationen zu Charakteristik, Verbreitung, Ökologie und Mythologie dazu bereit zu stellen. 1989 wurde erstmals ein Baum gewählt und zwar die Stieleiche. Unter www.baum-des-jahres.de haben Sie die beste Übersicht zu allen Jahresbäumen, zu Aktionen und Unterstützern der Stiftung und so weiter.

 

Die Scheinfelder Jahresbaumallee entstand 2010. Seither wird alljährlich am Abend vor dem Scheinfelder Holztag (jeweils der 3. Sonntag im Oktober) der neueste Jahresbaum gepflanzt. Die Jahresbaumallee wäre ohne die Übernahme von Patenschaften nur schwer finanzierbar. Danke daher allen Privatpersonen, Gruppen und Vereinen, die sich mit je 200€ pro Jahresbaum an der Verwirklichung der Idee beteiligen. Ein besonderer Dank gilt überdies dem Scheinfelder Heimat- und Kulturverein, der Mitte 2013 mit Unterstützung des Naturpark Steigerwald oberhalb der Jahresbaumallee einen Info-Pavillon mit Sitzgelegenheit aufgestellt hat.

 

 

Lindenallee

Am Verbindungsweg vom Oberen Stadttor zum Schloss Schwarzenberg wurde bereits im 17. Jahrhundert eine vierzeilig bepflanzte Linden-Allee angelegt. Sie führte damals zum Übergang zwischen den beiden Schwanenseen - der kleinere ist als Johannes-See noch erhalten. Von dort führt ein gepflasterten Weg, heute Kniebrecher genannt, den Schlossberg hinauf.

 

Blick auf die Lindenallee am Fuße von Schloss Schwarzenberg

 

Die heutige Schwarzenberger Straße war zunächst umgeben von freier Flur. Ab dem Ende des 19. Jahrhunderts entstanden repräsentative Gebäude in der Scheinfelder „Vorstadt“. Im Zuge des Straßenausbaus musste die innere Alleezeile weichen. Zum Teil finden sich in den seitlichen Böschungen der Allee noch alte Felsenkeller, in denen früher Bier und Wintervorräte an Kartoffeln, Rüben usw. eingelagert wurden. Auf halbem Weg zum Schloss steht an der linken Seite der Allee die Sebastian- Kapelle. 1677 stiftete der Schwarzenberger Kastner Johann Georg Hertzner ein steinernes Sebastianrelief. Die jetzt bestehende Kapelle wurde 1843 errichtet und vor kurzem renoviert. Als geschütztes Naturdenkmal wird die Lindenallee heute in ihrem Bestand erhalten und nachgepflanzt.

 

 

Schlosspark

Johann Adolf II von Schwarzenberg und sein Sohn Adolf Josef waren die Begründer der nach französischem Stil geplanten parkartigen Gartenanlage im Schlosshof. In den Jahren 1880 bis 1908 ließen sie in dem ursprünglich wirtschaftlich genutzten Schlosshof fremdländische Gehölze aus aller Welt, aber auch ungewöhnliche Formen einheimischer Baumarten anpflanzen. Inzwischen sind die Bäume zu eindrucksvollen Exemplaren herangewachsen. Der Schlosspark ist Privatgelände des Fürstenhauses Schwarzenberg, in der Regel aber frei zugänglich. Die LAG Südlicher Steigerwald hat im Park eine Infotafel aufgestellt. Einen Flyer zum Herunterladen erhalten Sie hier.